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Die frühe Geschichte des
Annakollegs ist eng verwoben mit der Augsburger Stadtgeschichte
und mit der Schulgeschichte des humanistischen Gymnasiums bei
St.Anna. Einer Idee Hieronymus Wolfs folgend wurde das
Annakolleg im Dezember 1582 eröffnet. Der
Direktor des Gymnasiums bei St.Anna hatte beklagt: ”Disziplin
und Lerneifer der Schüler leiden darunter, dass sie sich durch
geringe Dienstleistungen den Lebens-unterhalt erwerben
müssen.” Dieses Bildungshindernis wollte das
Annakolleg beseitigen und auch mittellosen Knaben
den Besuch des Gymnasiums ermöglichen.
1629 wurden die protestantische Religionsausübung und
Schulbildung verboten. Da die Protestanten keine Kirchen mehr nutzen
konnten, feierten sie ihre Gottesdienste im Hofe des damaligen
Annakollegs.
1635 konnten das Kolleg und das Gymnasium ihren Betrieb wieder
aufnehmen.
Mit unwesentlichen Unterbrechungen wurde die Einrichtung
durchgängig bis ins 20.Jahrhundert geführt.
Die Stiftung litt stark unter der Inflation von 1923 und konnte sich
nur durch Spenden retten. In der Bombennacht im Februar 1944 wurde das
Annakolleg völlig zerstört. 1950 konnte nach einer
provisorischen Unterbringung im Umland wieder das
ursprüng-liche Schülerheim in der
Annastraße bezogen werden. Die materielle Not in den
Nachkriegsjahren war ebenso groß wie die persönliche
Situation vieler Schüler schwierig.
Zum Zeitpunkt des Umzugs in die Heilig-Kreuz-Straße 1956 war
bereits deutlich, dass die Aufgabenstellung und die Zielgruppe nicht
mehr genau dem Auftrag der Stifter entsprechen konnten und der
gesellschaftlichen Entwicklung angepasst werden mussten.
Die Entwicklung zur koedukativen Einrichtung war geprägt von
einer langjährigen intensiven Kooperation mit dem Internat der
A.B. von Stettenschen Stiftungen,
die zur gemeinsamen Leitung, schließlich zum Zusammenschluss
der beiden Einrichtungen führte.
Die Augsburgerin ”Anna Barbara von
Stetten” stellte in für
die Verhältnisse ihrer Zeit äußerst
fortschrittlicher Weise ihr Testament in das Interesse der
Mädchenbildung und verfügte, dass 1806
eine ”bürgerliche Töchterschule”
und ein Pensionat eröffnet würden. Die evangelischen
A.B. von Stettenschen Stiftungen tragen heute eine Realschule
und ein Gymnasium für Mädchen.
In deren unmittelbarer Nachbarschaft in der Langen Gasse bezog das
Annakolleg 1987 einen Neubau,
seine heutige Heimat. 2005 expandierte die
Einrichtung und eröffnete einen neuen Hortbereich
auf dem Gelände.
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